Alles Folgende betrifft Dihexa. Wir bleiben bei klarer Sprache, beziehen uns auf die Studienlage und trennen gut belegte Aussagen von offenen Fragen.
Diese Seite wurde am 2026-01-05 aktualisiert und wird regelmäßig bei neuen Erkenntnissen überarbeitet.
== Rückzug und erneute Veröffentlichung der Studie == Im November 2013 kündigte der Verlag Elsevier, in dem die Zeitschrift Food and Chemical Toxicology erscheint, an, die Séralini-Studie zurückzuziehen, nachdem dieser sich geweigert hatte, die Studie von sich aus zurückzuziehen. Die Herausgeber erklärten aufgrund einer Durchsicht der Rohdaten der Studie, dass diese keine schlüssigen Hinweise auf den Einfluss von NK603 oder Glyphosat auf die Mortalität oder Karzinogenität bei den Versuchstieren gebe. Cesare Gessler, Gentechniker an der ETH Zürich, bezeichnete den Rückzug des Artikels als «ausserordentlich», da die Grundlage vieler anderer Studien nicht solider sei, eine Kritik dieses Ausmaßes jedoch unterbleibe. John Fagan, Direktor des Earth Open Source Institute, bezeichnete die Séralini-Affäre als beispielhaft für einen Trend, in welchem Dispute den normalen wissenschaftlichen Prozess überschatteten. Die Süddeutsche Zeitung sieht Mängel bei Séralinis Studie, hält jedoch das Ausmaß der Empörung darüber für völlig überzogen. Sie beruft sich auf Dokumente aus dem Gerichtsprozess in Kalifornien 2017, die anlässlich mehrerer Sammelklagen gegen Monsanto und Glyphosat öffentlich wurden. Diese legen nahe, dass Monsanto eine konzertierte Leserbriefreaktion in Kooperation mit Wallace Hayes, dem damaligen Chefredakteur des Fachmagazins Food and Chemical Toxicology, initiiert hatte. In einer Mail des Monsanto-Mitarbeiters David Saltmiras vom 26. September 2012 heißt es, dass Hayes dringend konkretere Leserreaktionen brauche, um etwas unternehmen zu können.
Quellen: de.wikipedia.org
Ein halbes Jahr vor dem Rückzug der Veröffentlichung der Studie hatte Food and Chemical Toxicology den US-Ernährungswissenschaftler Richard E. Goodman in seinen redaktionellen Beirat berufen, einen ehemaligen Monsanto-Mitarbeiter. 2017 zeichnete sich eine Einflussnahme von Monsanto im Rahmen einer Sammelklage deutlicher ab, bei der die Anwälte die Offenlegung interner Akten des Konzerns erzwangen. Die veröffentlichten Unterlagen legen nahe, dass Monsanto dazu beitrug, dass die Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology die von Séralini veröffentlichte Studie mit Glyphosat-kritischem Ergebnis 2013 wieder zurückzog. Séralini veröffentlichte die Studie im Juni 2014 erneut in der Open-Access-Fachzeitschrift Environmental Sciences Europe. Die Veröffentlichung beinhaltet eine geringfügig geänderte Analyse sowie Rohdaten der Untersuchung, kommt allerdings zum selben Ergebnis. Enrivonmental Sciences Europe unterzog die wissenschaftlichen Aussagen keinem zusätzlichen Peer-Review und veröffentlichte die Studie nach eigenem Bekunden, um die experimentellen Daten der Öffentlichkeit langfristig zur Verfügung zu stellen und so zur wissenschaftlichen Diskussion beizutragen. Im Juli 2015 bewertete die IARC die Séralini-Arbeit in der Fassung vom Juni 2014. In der Schlussfolgerung zur Arbeit wurde festgestellt, dass die Studie aus verschiedenen Gründen unzureichend für eine Auswertung sei („inadequate for evaluation“).
Quellen: de.wikipedia.org
== Pestizid-Studie von 2014 == Im Jahr 2014 veröffentlichte die Séralini-Gruppe eine Studie mit dem Titel Major Pesticides Are More Toxic to Human Cells Than Their Declared Active Principles in der Fachzeitschrift BioMed Research International. Der Biowissenschaftler Ralf Reski, der bis 2014 einer der Editoren der Zeitschrift war, kritisierte, dass die Studie eher politisch als wissenschaftlich motiviert sei. Wie schon bei der Studie von 2012 wandte sich Séralini erneut an die Öffentlichkeit, bevor die Studie den Peer-Review-Prozess durchlaufen und in einer Fachzeitschrift veröffentlicht worden war. Auch dies wurde von Reski kritisiert. Reski trat aus Protest gegen die Veröffentlichung der Studie als Editor von BioMed Research International zurück.
Quellen: de.wikipedia.org
== Whistleblowerpreis == Im Jahr 2015 wurde Séralini mit Bezug auf diese Studie von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und der International Association of Lawyers against Nuclear Arms mit dem Whistleblowerpreis ausgezeichnet, da er als erster im Kontext eines zweijährigen Fütterungsversuchs mit Ratten die Giftigkeit und tumorauslösende Wirkung des Glyphosat-basierten Herbizids „Roundup“ im Tierversuch beschrieben habe. In der Jury saßen der Rechtsanwalt Gerhard Baisch, der Bundesrichter Dieter Deiseroth, der Klimaforscher Hartmut Graßl, die Rechtsanwältin Christine Vollmer sowie die Agrarökologin Angelika Hilbeck. Sie ist Mitglied im Wissenschaftsrat von CRIIGEN und Vorsitzende des European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER).
Quellen: de.wikipedia.org
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